Ein Gedicht aus 2019 · Annika Buuck

Still leben

Denen ist all ihr Leben entwichen

so stehen und liegen sie da

kaum zu ertragen

weil stets der Gedanke an bessere Tage

dem gerade Gedanken inne wohnt

und keine Möglichkeit geschieht

das Rad zurückzudrehen

zu jener Zeit der Liebe

mit Anmut und Leid

 

Mit festen Blick aufs nicht geschehen

und wissen doch, wie es geschah

so traurig ist, dass es vorbei

in Sicherheit man wiegen darf

dass nun alles anders ist

und jedes Ding, das eben noch lebendig war

gerad im starren Tod verharrt

 

Bis der Moment des Fassens kommt

an dem die Kraft und Energie

des Menschenhand sie grade rückt

was nicht wirklich heißen mag

dass jetzt alles besser wird

sondern dass einzig und allein

jetzt wieder alles richtig ist

ist des Menschenglück

 

Totes Leben ist zurück

wo eben Liebe war und Glück

Hier ist ein Stillleben nach einer Grillparty beschrieben. Also ein frühmorgendlicher Blick vom Balkon wurde „geschrieben“. Die Rasenfläche vor dem Aufräumen am Morgen. Stühle und Dinge liegen herum. Nasses Gras, die Sonne scheint. Edel und schön. Ruhig und friedlich und dennoch lebendig. Und plötzlich. Einmal nur einige Minuten weggesehen. Dann ist alles anders. Die Stühle stehen an ihrem Fleck. Die Bank ist aufgestellt. Die verschüttete Kohle weg. Totes Leben ist zurückgekehrt, wo eben Liebe war und Glück.